Putzmeister für Fukushima – aus dem Aichtal


Eine solche Pumpe aus dem Aichtal hilft derzeit in Japan, die Brennstäbe im Atomkraftwerk Fukushima zu kühlen.

Putzmeister-Pumpe für Japan
Nürtinger Zeitung, 22.03.2011, http://www.ntz.de
Gerät des Aichtaler Unternehmens hilft in Fukushima
Am havarierten Atomkraftwerk von Fukushima geht gerade alles darum, die Brennstäbe so zu kühlen, dass es nicht zu einer Kernschmelze kommt. An vorderster Front ist seit gestern auch eine Pumpe der Firma Putzmeister im Einsatz.

AICHTAL/FUKUSHIMA (bg). Die 58-Meter-Pumpe sei eigentlich eine Betonpumpe, berichtet der Technische Geschäftsführer des Unternehmens, Dr. Gerald Karch, über das Gerät. Es sei allerdings auch möglich, Wasser damit zu fördern. Die Pumpe ist auf einem fünfachsigen Lkw aufgebaut und wird von dessen Dieselmotor mitbetrieben. Dadurch ist sie von einer externen Stromversorgung unabhängig und kann in der Stunde 160 Kubikmeter Wasser transportieren, das aus dem Meer direkt vor Fukushima geholt wird.
Der unschätzbare Wert der Pumpe liegt darin, dass sie durch ihren 58 Meter langen Manipulator-Arm per Fernsteuerung exakt über dem Ziel platziert werden kann. Da der Arm fünf Gelenke hat, kann die Pumpe
leicht Hindernisse überwinden. Um diesen Vorgang zu erleichtern, wurde an der Spitze des Armes eine Kamera installiert. Die Maschine kann bis auf 45 Meter an das Abklingbecken herangefahren werden. Das
Wasser kommt gezielt von oben an die richtige Stelle und wird nicht zerstrahlt wie bei den seither eingesetzten Spritzen der Feuerwehr. Am Wochenende liefen erste Tests, seit heute sei die Pumpe voll im Einsatz, berichtet Karch.

Normalerweise seien solche großen, auf Lkw installierten Pumpen in Japan gar nicht zulassungsfähig, doch um die Distanz zum Gebäude zu überbrücken, brauche man genau solch eine Pumpe.
Das Gerät sei ursprünglich unterwegs zu einem anderen Kunden gewesen und wurde nach dem Unglück kurzerhand nach Japan umgeleitet. „Wir haben mit dem Kunden gesprochen. Das Finanzielle muss der Betreiber
von Fukushima, die Firma Tepco, regeln“, so Karch.
Putzmeister hat eine Service-Station in Japan. Deren Mitarbeiter weisen nun die Tepco-Arbeiter in den Gebrauch der Pumpe ein. Sie werde zurzeit an einem Abklingbecken des Reaktors zur Kühlung der Brennstäbe
benutzt. Falls der Einsatz der 58-Meter-Pumpe erfolgreich ist, soll auch noch eine 70-Meter-Pumpe aus dem Hause Putzmeister zum Einsatz kommen. Sie zu verschiffen würde zu lange dauern, deshalb wird nach einem Weg gesucht, wie die Pumpe per Flugzeug so schnell wie möglich zum Unglücksreaktor gebracht werden kann.
Was nach dem Einsatz mit der Pumpe passiert, kann Karch noch nicht sagen. „Jetzt geht es erst einmal darum zu helfen, die Lage unter Kontrolle zu bekommen.“ Falls die Pumpe zu stark verstrahlt wird, kann sie nicht mehr woanders ihre Dienste leisten. Vielleicht findet sie ja in Fukushima weitere Verwendung. Auch als in Tschernobyl die radioaktiv verseuchten Trümmer des Atomkraftwerkes mit einem Betonsarkophag bedeckt werden mussten, wurden Pumpen „made in Aichtal“ verwendet.

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