Die Sittenwächter zensurieren HUMUS for HAMAS

ZENSURIERT! vom moralischen Wächterrat in Teheran Das ist die Originalsequenz aus dem Film “HUMUS for HAMAS”  mit den ausgelassenen Teenagern am Strand von Gaza vom 8.Mai 2005. Es las sich alles wie im Alten Testament: “…und Gott schuf Eva aus den Hüften von Adam” und etwas später dann die Vertreibung aus dem Paradies als Folge der Verführungen von Eva. Doch die Beachboys zeigen wie es ist und immer war: “Sandy Eve” ist eine Erschaffung der Männerwelt. Ironie des männlichen Schicksals, dass auch nach zweieinhalbtausend Jahren nach der Vertreibung aus dem Paradies die Fantasie der Teenager von Gaza die attraktiven Formen des weibliche Körpers – einmal mehr – erschaffen und diese etwa zeitgleich – ebenfalls einmal mehr – von den Sittenwächtern in Teheran zensuriert werden.

Apropos: IRANISCHE ZENSUR / Die Weltwoche Ausgabe 40/2010

Liebe WELTWOCHE,

zuerst einmal möchte ich mich bedanken für Ihr Interesse an den 11th MOQAVEMAT International Film Festival in Teheran, keine

"Mister buy Sunglasses? RayBan very good!" At the Bazar, Tehran, 24. Sept. 2010

Selbstverständlichkeit, steht doch der Iran in der Öffentlichkeit und in den Medien im Regen. Was ist denn das für einer, der nach Teheran reist und dazu noch an einem staatlich unterstützten Filmfestival teilnimmt? Das ist doch alles Propaganda!

Ich bin hingereist, um zu sehen, wie es sich als offizieller Teilnehmer anfühlt und wie die Realität auf der Strasse, in den öffentlichen Verkehrsmitteln, im Bazar und im Gespräch mit Menschen unterwegs ist.

Die Weltwoche Ausgabe 40/2010

Zensur der iranischen Moralbehörde:...eine weibliche Figur mit Brüsten gemacht...

Zurück zu den Tatsachen: Das zuständige Kommitee in Teheran, das HUMUS for HAMAS auswählte, hat die Szene an der Gaza Beach mit den Knaben, die eine der ihren im Sand eingegraben  und aus ihm wie Gott, der aus Adam die Eva geschaffen hat, eine weibliche Figur mit Brüsten gemacht und “sich an den selber kreierten Brüsten ergötzt haben” ohne mein Wissen herausgeschnitten. Ich habe die Zensur erst bemerkt als ich mir meinen Film mit Farsi-Untertiteln im 100 Stühle fassenden, Saal ohne Zuschauer mit zwei meiner Kollegen angesehen habe. Die Aufforderung, “Ich müsse mir meinen Film nicht ansehen, wenn ich keine Zeit hätte”, ging der Besichtigung voraus, meinen Protest zur Zensur habe ich deshalb erst im Nachhinein anbringen können. Ein Lächeln war die Antwort, “Ah so? Ist das wirklich so, was, nur 12 Sekunden? Ja, ich habe davon gehört, sind ja nur 12 Sekunden, sehr kurz, nicht wahr? Zensur habt ihr doch auch im Westen?” Dieser Satz: “Ich habe davon gehört”, ist eine dieser ominösen Bemerkungen, die verschleiern soll, wer “Das Moral-Kommitee” ist.

Der weite Bogen von: “Die Repression im Iran kennt keine Grenzen…” zu…”Das musste jetzt auch der Schweizer Videomacher Jurg Davatz erfahren” ist mir zu ungenau.

Die sowietstyle Diktatur ist nicht etabliert, der innere Überwachungsstaat, die Kontrolle der Famili

Shopkeeper in the Bazar – Cucumbers like Bullets

e durch eigene Spitzel, die anders denkende Familienmitglieder an den Staat verraten, ist nicht in Funktion. Es gibt in Iran keinen Archipel Gulag wie in der damaligen Sovietunion, wo Millionen von Menschen zu Tode gekommen sind. Das ist Repression ohne Grenzen.

Könnte man in der WELTWOCHE nicht einen grösseren Artikel daraus machen mit einem Interview? Zu oft wird das Thema Iran mit politisch-religiösem, voreingenommenem Clichedenken  abgehandelt.

Auch aus folgendem Grund wäre es angezeigt, einen grösseren Artikel zu schreiben: Ahmadinejad holt sich mit seinen Auftritten und den Reaktionen der Staatschefs und der internationalen Presse in der Öffentlichkeit die Zustimmung von Millionen von Menschen in Südamerika, Arabien und Südostasien. Seine Auftritte sind ein beliebtes  Melodrama für die, welche Groll und Missgunst gegen Amerika und im weiteren Sinn gegen den Westen hegen. Für diese Menschen ist es nicht so wichtig, was er sagt, sondern DASS und WIE er es sagt, dass er tüchtig in die politischen Waden beisst. Melodrama! Gerade damit kann er seine angeschlagene Position im Inland aufwerten. Ahmadinejad wird dadurch zum starken Mann für Arme, Analphabeten, Kleinhändler und einen Teil der aufstrebenden Mittelklasse in Iran und vielen anderen Ländern. Wäre es nicht angezeigt, diese verhängnisvolle Verquickung zur Sprache zu bringen?

Roudaki Hall Opera House in Tehran – FINAL ACT

Artists, Filmmakers, Actors filled the Opera – we could not make contact with any of them

The only Swiss – with Scarf for Palestine – under his beloved Swiss Flag

We were told to put the scarfs for Palestine on which they had given us together with other material upon arrival and get ready for the last act of the festival. The award ceremony was to take place in the Roudaki Opera House on a grand scale. When we arrived at the opera hall with our group bus many actors, artists, writers, filmmakers also from other parts of the country were already waiting outside but we were quickly led into the Opera House which was still empty. No contact was possible. The big Hall slowly filled with the most

The most Important People sat upfront

important people 4 or 5 rows in front of us. By the time the show started, the House was totally full up all floors on the gallery. Probably 800 people had come for this final act of the 11th Prize Award Ceremony.

Alberto – Participant and Awardwinner from Spain

The opening was a mix of religion, prayer and disco, telling how the prophet created Adam and Eve, underlined with the sound of constant explosions reminding me of war situations. Time went by with the distribution of awards for Iranian artists with most prizes going to male filmakers and directors. The jury was composed of males with one or two exceptions, changing from award to award. When it came to the international participation (Alberto Arce from Spain and Maisa

Saddam Hussein, Archenemy

Novikova from Russia in the background), we were addressed in Farsi. Our group was generously decorated with prizes. (though almost no spectators had ever sat in one of our films).

Intermittently war scenes were played, one with a mother and her son stretched out on stage telling her story that she had lost 3 sons in the Irak-Iran war and that she would give away even her apples, all she had left. They rolled out of her basket.

The International Jury of Competition of Feature Films announced the prize-winning films.

Some of the Prizewinners with a local Boy in the Middle

In the intermission we were whisked away, the prizewinners got the cash while I waited for them in the corridor. Again there was little chance to mingle with the people but whenever it was possible they came immediately forward to exchange a few words and let their children stand between us for a shot. Whenever the situation arouse, people showed a lot of interest.

Ilaria, interpreter, Uli, Jürg, Masja, Alberto

Back in our five star hotel questions came up why we were not introduced to any of the Iranian writers, filmmakers, actors and other important people. Why they would arrange for an international jury but no spectators had visited our films. When I put it to our translators one of the answer was that the decision for international participation was taken in a hurry only two month ago and advertising was done poorly. This didn’t quite satisfy us because the program was organized in a way that Iranian and International films would overlap which made it less likely, that viewers of Iranian films, that were often packed, would switch to our films. Where was the curiosity? Somebody else mentioned that young people would stay away from anything that smelled of government supported cultural activity. It was also mentioned that on TV people were constantly fed with war movies about the Irak-Iran war… . It was also said that international filmmakers were for the first time included in the Filmfestival.