Krieg, das ist Krieg!


Yevgenyi Burak, der Einsiedler im Mehrfamilienhaus, keiner hat Zugang zu seiner Wohnung. Der Zusammenbruch der Sowietunion hat ihm seine Berufung geraubt, seinen Beruf zerstört und seine Altersvorsorge zunichte gemacht. Er sagt:„ Soviet kaputt, dieser Photograph kaputt.“ Es herrscht Krieg, in seinen vier Wänden ist er im Krieg mit sich selbst. Doch Yevgenyi findet einen Ausweg

Ich liebe den Flughafen Scheremetjewo 2 in Moskau. Das Personal ist launisch. Du kannst stundenlang warten vor der Zollabfertigung. Der Flughafen eignet sich perfekt für Dreharbeiten aus der Sowietzeit.

Yura holt mich ab und wir fahren direkt nach Smolensk, ca 600 km Richtung Weissrussland. Es ist Winter, die Strassen sind verschneit.  Heute ist Feiertag. Familie Burak und Filipowitsch gehen in Smolensk zum Tisch. Sie erwarten uns nicht. Länger schon war Yura nicht mehr zuhause. Die Überraschung ist riesig. Überfreudig begraben sie Yura unter ihren Küssen. “Der Falke” ist da! ruft die Grossmutter, “hunting bird” ist zurück. Sie wissen alle, was das für jeden von Ihnen bedeutet, wenn Yura zurückkommt. Wir essen, wir lachen, wir trinken. Dann leert sich der Tisch, die Familienmitglieder gehen nach Hause.

Einer geht nicht nach Hause, er war nicht da, er fehlt immer. Alle wissen es, keiner spricht darüber. Yevgenyi Burak kommt nie zu Tisch. Es ist Mitternacht. Immer wieder dränge ich Yevgenyis Sohn Yura und Tamara dazu, den Vater anzurufen. Ich habe im Wohnzimmer eine Schachtel Photografien entdeckt, ich gebe keine Ruhe. Nein, er wird nicht kommen, er kommt nie. Endlich rufen sie ihn nach Mitternacht an.
Yevgenyi Burak kommt sofort.
Ich drehe den Film YOUNG WOLF in Tamaras Wohnung in Smolensk.

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im Wohnzimmer von Tamaras Wohnung. Dann reisen Yura und ich zurück nach Moskau.
Zwei Jahre später komme ich wieder nach Smolensk, ich will diesen Mann noch einmal treffen. Ich habe ihm letztes Mal sein entwickeltes Archiv, alle seine Photos abgekauft. Damit hat er sich ein Boot zum Fischen und eine Toillette erstanden. Jetzt will ich in seine Wohnung. Keiner war dort, sein Sohn nicht, seine geschiedene Frau nicht. Niemand sonst. Ich treffe Yevgenyi in Smolensk. Ich sage ihm: „ich habe meine Kamera dabei.“ Er schaut mich an, dann antwortet er:„Bitte!“

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